Sonntag, 1. Oktober 2017

[Rezension] Graham Masterton - Das Atmen der Bestie

Inhalt
"Als der alte Seymour Willis zu mir ins Gesundheitsamt kam, hielt ich ihn für verrückt. »Okay. Und Ihr Problem ist Lärm im Haus?«
»Nicht Lärm«, sagte er sanft. »Atmen.«
»Vielleicht strömt ja ein Luftzug durch Ihren Kamin? Manchmal bläst die Luft durch einen alten Schornstein herab und findet ihren Weg durch Risse in den Ziegelstei­nen der Feuerstelle.«
Er schüttelte den Kopf.
»Hören Sie Kratzen? Füßegetrampel? Irgend so etwas?«
Er schüttelte wieder den Kopf. »Es atmet, das ist alles. Wie ein Hund an einem heißen Tag. Es keucht und keucht, die ganze Nacht lang - und manchmal keucht es sogar am Tag.«" (Quelle: Amazon)
 
Erster Satz des Buches
"Der alte Mann betrat mein Büro und schloss die Tür."

Zitat
"Es atmete. Langsames, tiefes Atmen, wie das Atmen eines Schlafenden. Es atmete ein und aus, ein und aus, als würden die Lungen endlos gefüllt und geleert - das Atmen von jemandem, der schlief und schlief und niemals den Morgen erleben sollte." (S. 35)

Infos zum Buch
Seitenzahl: 256 Seiten

Verlag: Festa Verlag
ISBN: 978-3865521354
Übersetzer: Felix F. Frey
Originaltitel: Charnel House
Preis: 12,80 € (Taschenbuch) / 4,99 € (E-Book)


Infos zum Autor
"Masterton erzählt die einzigartigsten und schaurigsten Geschichten. (Peter James)
Mastertons Romane sind faszinierend, gewagt und gespenstisch zugleich ... aber immer hervorragend recherchiert. (L'Express Paris)
Der Hohepriester des Schreckens, der würdige Erbe von Edgar Allan Poe! (San Francisco Chronicle)." (Quelle: Amazon)

Fazit
Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Graham Masterton ist ein absolut fantastischer Roman, der mich schon mit seinen Romanen "Irre Seelen" und "Die Schlaflosen" überzeugen konnte. Aus diesem Grund war ich neugierig, ob er mich mit diesem Roman ebenso überzeugen könnte...


Cover: Ein gruseliges Gemäuer, ein zerfranstes Seil....Das Cover ist schlicht, aber passt - und gefällt.


Story + Charaktere: John Hyatt ist ein gewöhnlicher Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und es ist ein gewöhnlicher Tag - bis Seymour Willis zu ihm ins Büro kommt und um Hilfe bittet: denn sein Haus atmet. Zuerst nimmt John die Bitte des alten Herrn nicht ernst und glaubt an einen Luftzug, der für merkwürdige Geräusche sorgt. Doch irgendwie will ihm Seymour Willis nicht aus dem Kopf gehen und so entschließt er sich, gemeinsam mit einem Kollegen bei dem Alten aufzukreuzen und der Sache auf den Grund zu gehen. Dort angekommen, stellen sie fest... das Haus atmet wirklich.

Doch durch was wird das Atmen hervorgerufen? Das versuchen John und sein Kollege Dan schließlich herauszufinden, doch irgendetwas scheint sich gegen sie verschworen zu haben... John schart ein paar Leute um sich, die bereit sind, das Geheimnis um das Haus zu lüften und wir erleben nicht nur spannende, sondern auch gruselige Momente mit ihnen. Auch wenn Graham Masterton im Vergleich zu anderen Horror-Autoren mit seinen Grausamkeiten eher etwas hinter dem Berg hält, weiß er dennoch blutige Szenen zu beschreiben - aber in Maßen - und gibt so dem Horror-Roman den richtigen Touch. Auch der Grusel kommt nicht zu kurz und wer sich für indianische Mythologie, Dämonen, etc. interessiert, kommt auf alle Fälle auf seine Kosten.

Die Charaktere gefielen mir ebenfalls richtig gut, denn auch wenn man sie nicht im Detail kennenlernt, so genügen die Informationen die man erhält doch auf jeden Fall, um mit den Charakteren mitzufühlen - und an deren Seite mitzufiebern! Besonders toll fand ich George Thousand Names, den indianischen Medizinmann, denn er lehrt uns nicht nur einiges über die Indianer, sondern strahlt auch eine Ruhe und eine sympathische Art aus, die mir unsagbar gut gefallen hat.

Schreibstil: Mastertons Schreibstil ist fesselnd, sehr bildgewaltig und angenehm. Der Roman wurde aus Sicht des Protagonisten John Hyatt in Vergangenheitsform verfasst.

Gesamt: Graham Masterton ist ein Meister, ein wahrer Meister des Horror! Auch "Das Atmen der Bestie" konnte mich wieder auf voller Linie erzeugen, denn neben einer wahnsinnig spannenden Story und interessanten Charakteren bietet uns der Autor auch einen guten Einblick in indianische Mythologie.

Wertung: 5 von 5 Sterne! 

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